Wettkampfbericht

Transylvania Ultratrail – 100 km am 18.05.2019

Ultraläufer Mario Kania vom OTV Endurance Team ist am 18.05.2019 am Transylvania 100 km in Bran (Rumänien) nach monatelanger Vorbereitung gestartet. Dieser sehr abenteuerliche Lauf hielt dann auch, was Mario vorher nur ansatzweise erahnen konnte.

Start und Finish ist in „Dracula`s Castle“ in Bran. Das dortige Schloss Bran wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, obwohl es dessen Beschreibung aus dem Roman nur entfernt ähnelt. Nichts desto trotz sieht es imposant aus und man könnte sich sehr gut vorstellen, das Dracula dort geherrscht hat. Der Lauf führt durch das Bucegi Gebirge, welches südlich der Stadt Brasov am östlichen Rand der Südkarpaten in Rumänien liegt. Die alpenartige Landschaft des ländlichen Siebenbürgens ist geprägt von uralten Wäldern, Hochebenen und unberührter Natur. Die Lebendigkeit der heimischen Tierwelt, zu der auch Wölfe und Bären gehören, ist bei dem Lauf nicht zu unterschätzen. So wurde den Startern bei der Ausgabe der der Unterlagen auch die Bärenpfeife mit gegeben. Neben der Gefahr von einem Bär angegriffen zu werden, sind die Wetterkapriolen nicht zu unterschätzen. Sonne, Wind, Regen, Hagel, Schnee, Nebel – die Wechsel kommen sehr schnell und ohne große Ankündigung. Damit verbunden sind neben dem Tauschen der Laufklamotten, die dann irgendwann doch pitschnass sind und vor Dreck fast alleine stehen, die notwendigen körperlichen Anpassungen. Und dabei will der Sportler doch nur laufen und ins Ziel ankommen.

Aufgrund der Wetterbedingungen mit 1 m Neuschnee wurden die ursprünglichen Strecken extrem gekürzt. Die Teilnehmer konnten während des Laufes die Strecke auch zwischendurch upgraden. Gedanke dieser Maßnahme ist natürlich die Sicherheit der Teilnehmer, die kilometerlange Passagen vollkommen alleine gelaufen sind. Mario startete aus der „100 km“ Strecke. Die ersten 19 km bis zum höchsten Punkt auf 2.156 m waren mit knapp 1.800

 Höhenmetern sehr anspruchsvoll. Zudem regnete es gleich zu Beginn zwei Stunden lang unaufhörlich. Dann hatte die Sonne zwar ein Einsehen mit den Läufern und wärmte diese etwas auf. Allerdings wurde die Natur immer rauer. Es galt Schneefelder zu überqueren, die teilweise so tief waren, das Mario bis zu den Knien einsackte. Aufgrund der Schneeschmelze waren einige Bäche zu durchwaten. Das Wasser schwappte hoch bis zur Hüfte und war eiskalt. Die Füße und Beine wurden nicht nur immer müder, sondern waren auch eiskalt und teilweise ohne Gefühl. Aufgrund der Änderung der Strecke und der schlechten Wetterbedingungen waren einige Verpflegungsstationen nicht aufgebaut. Bis zu 14 km Abstand lag zwischen den Stationen, was den Lauf zusätzlich erschwerte. Denn das Laufen in der Höhe und der Kälte ist kraftraubend und der Sportler benötigt Nahrung und Wasser. Mario hatte durch die schlechte Verpflegung mit Magenproblemen und Kopfschmerzen zu kämpfen und wechselte daher auf die kürzere Strecke „80 km“. 80 km bedeutet immer noch 70 km Laufen mit 4.780 Höhenmetern. Mario wechselte immer häufiger vom Laufmodus ins Wandern. Er kämpfte mehr als einmal mit seinem Schweinehund. Aber er ist ja nicht umsonst Trailläufer…. denn irgendwie ist diese Nacht auch magisch, die Stille und die Unberührtheit der Natur ist unfassbar schön und ein einmaliges Erlebnis. Und nach 17:40 überschreitet Mario die Ziellinie. Stolz und glücklich! Und mit einem unvergesslichen Erlebnis im Kopf.

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