Wettkampfbericht

Ironman Klagenfurt und Challenge Roth am 07.07.2019

Am letzten Sonntag starteten Thorsten Wagener, Olivier Zimmer und Martin Pyka  vom OTV Endurance Team über die Triathlon Langdistanz  bei den zeitgleich stattfindenden Veranstaltungen in Klagenfurt und Roth.

Nach monatelanger Vorbereitung steht der Tag des Rennens endlich an. Ein Rennen über 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und einem anschließenden Marathonlauf von 42,195 km, welches alles von den Triathleten verlangt. Die drei OTV-Starter meisterten die Langdistanz hervorragend, jeder mit einer unterschiedlichen Zielsetzung und jeder auf seine eigene Art und Weise.

Thorsten und Oli vor dem Start in Klagenfurt

Der IRONMAN Austria in Klagenfurt (Österreich) zieht mit seiner wunderschönen Triathlon-Landschaft sowie der treuen und begeisterten Zuschauermenge jedes Jahr an die 3.000 Athleten aus über 60 Nationen an. Unter den Athleten wird das Rennen zu den schönsten Wettkämpfen der Welt gezählt und hat bereits einen legendären Status erreicht. Und hier starteten Thorsten und Olivier am 07.07.2019.

Thorsten Wagener erfüllte sich einen Traum um in Klagenfurt zu starten. Verbrachte er doch in der Vergangenheit oft seinen Urlaub in Klagenfurt und verbindet mit der Gegend fast heimische Gefühle.  Allerdings verlangte dieser Ironman alles von den Startern ab. Die Bedingungen wurden einem echten Ironman gerecht : Neoschwimmverbot, Höhenmeter, Wind, Unwetter mit Hagel, dampfende Hitze.

Aufgrund der Hitze in den Tagen vor dem Ironman und der Wassertemperatur von 26 Grad  wurde ein Neoverbot ausgesprochen. Thorsten kam trotzdem gut mit der Schwimmstrecke durch den Wörthersee und dem schmalen Lendkanal zurecht und wechselte nach 1:15:05h durch die lange Wechselzone zum Rad. Die 180 km Rad mit insgesamt 1800 Höhenmetern teilten sich in zwei unterschiedlichen Runden auf. Die erste 90 km Radrunde verging für Thorsten dank dem guten Fahrgefühl auf seinem neuen Rad und seiner guten Form wie im Flug.  Auf der zweiten 90 km Schleife wurde es aufgrund von aufkommenden starkem Wind und noch mehr Höhenmetern zäh. Dazu kam gegen Ende ein Unwetter auf.  Thorsten konnte das Rad auf den Abfahrten kaum noch kontrollieren und musste Tempo rausnehmen. Auf dem Weg in die Wechselzone begann das Unwetter voll zuzuschlagen. Äste und Absperrrungen flogen durch die Gegend. Hagel und Starkregen begleiteten Thorsten bei dem Übergang vom Rad auf die Laufstrecke. Das Rennen stand kurz vor dem Abbruch, beruhigte sich glücklicherweise wieder.

Thorsten auf dem Rad

Thorsten kam gut ins Laufen und es lief bis km 30 erstaunlich rund, dann wurde es allerdings ungemütlich.  Auf den letzten 12 km machten sich das schnelle Tempo und die Härte der Radstrecke bemerkbar. Trotzdem lief Thorsten den Marathon in schnellen 3:41h. Dank der Unterstützung durch die Familie und Freunde finishte er glücklich in starken 10:41:43h.

Thorsten läuft und läuft….

Auch Olivier Zimmer erlebte während des Wettkampfes  in Klagenfurt alle möglichen Emotionen, Ups and Downs. Beim Schwimmen korrigierte Oli seine Zielzeit aufgrund des Neoverbotes nach oben.  Er versuchte seine Linie im Wasser zu finden und gleichmäßig zu schwimmen. Dies gelang ihm gut und er stieg nach 1:30:14h aus dem Wasser. Auf dem Rad wollte Olivier seine guten Trainingszeiten bestätigen und fuhr von Anfang an ein engagiertes Rennen. Jedoch wurde auch er durch den Starkregen und die Gewitter, die ihn ab ca. 130 km trafen, in seinem Rhythmus stark behindert. Er konnte die anfangs gute Geschwindigkeit nicht mehr halten und konzentrierte sich mehr darauf, die Abfahrten und Kurven sicher zu passieren. Er fuhr nach 6:04:52h durchgefroren und erschöpft in die zweite Wechselzone ein und wärmte sich hier mit Wärmefolie minutenlang auf. Glücklicherweise hörte der Regen auf als er auf die Laufstrecke ging. Oli versuchte nach den letzten zehrenden 40  km auf dem Rad den zu laufenden Marathon stabil zu absolvieren und lief vorsichtig an. Durch die hohe Vorbelastung vom Radfahren musste er aber doch das Tempo verringern. Angefeuert durch seine Frau, Freunde und die zahlreichen Zuschauer lief er die Strecke aber ohne Pausen durch. Zum Ende hin genoss er die fantastische Stimmung und den Zieleinlauf im neuen Stadion auf der großen Bühne. Er finishte in 13:07:41h.

Oli auf der Laufstrecke

Fazit: Der Ironman Klagenfurt ist ein anspruchsvoller, super organisierter Ironman an einer fantastischen Location. Und die beiden siegreichen Ironmänner haben sich gleich wieder für 2020 angemeldet, denn nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf.

Auch die Langdistanz in Roth genießt einen besonderen Ruf. Es gilt weltweit als das Rennen mit der besten Atmosphäre und Stimmung. Der „Solarer Berg“ beim Radfahren und der Einlauf in dem großen Zielstadion sind legendär. Für jeden Triathleten auf der Langdistanz irgendwann im Prinzip ein „Muss“. Dies dachte sich auch Martin Pyka, der in diesem Jahr bei seinem insgesamt dritten Start die  Langdistanz in Roth in Angriff nahm.

Aufgrund von Familie und Arbeit beschränkte sich die durchschnittliche Trainingszeit von Martin auf 6-7 Stunden, was für eine Langdistanzvorbereitung sehr wenig ist. Daher war sein Ziel auch nur „Gesund Ankommen“. Das Wetter mit 20 Grad Wärme spielte am Morgen des Rennens bei seinem Plan  mit. Und der Start begann verheißungsvoll. Trotz des knappen Trainings konnte sich Martin im Schwimmen verbessern und setzte dies in Roth auch um. Er stieg nach für ihn guten 1:20:59h aus dem Wasser und lief in die Wechselzone zum Rad. Endlich auf das Rad, denn dies ist seine stärkste Disziplin. Hier fuhr er trotzdem verhalten an, um nicht alle Körner bereits auf der ersten Hälfte der Strecke zu verpulvern.  Die Radstrecke in Roth ist wellig und Martin benötigte eine gewisse Zeit um seinen Rhythmus zu finden. Nach dem Berg Bei Greding bei etwa 30 km

Der Lohn für die Strapazen , schöne Medaille

spürte er dann bereits, dass er nicht die besten Beine erwischt hatte. Danach setzte auch noch recht starker Gegenwind ein, der nicht mehr nachließ und mit dem alle Teilnehmer zu kämpfen hatten. Bei KM 70 wartete dann das absolute Highlight der Radstrecke, der Solarer Berg. Gänsehaut pur, man fühlt sich wie bei einer Tour de France Bergetappe. Dies motivierte auch Martin, der aber trotzdem auch auf der zweiten Runde ruhiger fuhr um möglichst viel Kraft für den anschließenden Marathon zu sparen. Er wechselte nach der Rad Zeit von 06:23:01h in die Wechselzone. Seine sonstige Stärke gleichmäßig den Marathon zu laufen, ging diesmal nicht auf. Er startete die ersten Kilometer Laufen noch recht flüssig, merkte aber schnell, dass er auch beim Laufen nicht seinen Rhythmus fand. Er geriet immer wieder ins Stocken, musste sich selbst

Die glücklichen Sieger und das Supportteam

neu anspornen um doch weiterzulaufen. Die 25 km lange Pendelstrecke am Kanal erschwerte diese Situation. Glücklicherweise ging es dann ein Stück durch die Stadt, wo die zigtausend Zuschauer die Triathleten lautstark anfeuerten. Schwierig wurde es erneut zwischen dem 32 und 35 km, denn  hier mussten einige Höhenmeter durch den Wald bewältigt werden. Ab dem letzten Wendepunkt konnte Martin den Schalter noch mal um knipsen und lief einfach mit Genuss weiter bis in das Stadion, wo ihn wiederum tausende Zuschauer empfingen. Martin bezeichnet diese Langdistanz, die er mit der guten Zeit von 13:17:51h finishte,  als seine schwerste, da er sich  vom Kopf her immer wieder motivieren und anspornen musste. Gleichzeitig überwiegen die positiven Gefühle, denn es war ein einmaliges und emotionales Erlebnis, welches ihm sportlich immer im Gedächtnis bleiben wird.